Buch: Malte Spitz – Was macht ihr mit meinen Daten?

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In der heutigen Gesellschaft ist der Umgang mit persönlichen Daten eine Selbstverständlichkeit für den Großteil der Internetnutzer geworden. Pflichtbewusst füllt man alle verfügbaren Felder zur Anmeldung auf einer Internetseite. Ohne jedoch zu hinterfragen, wieso sind die einzelnen Daten überhaupt notwendig ? Daten werden aber nicht nur im Internet erhoben, auch die persönliche Adresse ist ein wertvolles Gut. Die beiden von mir genannten Punkte sind nur ein kleiner Teil, welcher für den Autor Malte Spitz Auslöser war, dieses Buch „Was macht ihr mit meinen Daten“ zu schreiben. Die Enthüllungen von Edward Snowden setzen der ganzen Datensammelwut (staatlich wie auch privat) noch die Krone auf.

Malte Spitz ist Mitglied von Bündnis 90/ Die Grünen und ist aktuell in NRW Mitglied im Landesvorstand.  Da Medienpolitik eines seiner Themen ist, hat er sich mit dem Thema Datenschutz auseinander gesetzt.

Wer ist der Herr über meine Daten?
Was passiert mit meinen Daten?
Welche Daten über mich existieren?

Das sind die Fragen, die Malte Spitz in den Raum stellt. Er möchte wissen, welche Daten im Detail über ihn gespeichert sind und was mit diesen Daten passiert.

Dafür begibt er sich zu verschiedenen Stationen (werden unten aufgelistet), um seine Daten einzufordern und um zu erfahren was ist da über mich gespeichert.

Malte Spitz untergliedert das Buch in einzelne Kapitel. Im Folgenden möchte ich euch gerne eine Auswahl der einzelnen Kapitel vorstellen:

– Telekomanbieter sind auf Grund der Nutzungsdaten in der Lage, ein sehr detailliertes Nutzungsprofil zu erstellen. Die monatlichen verfügbaren Einzelverbindungsnachweise sind nur ein ganz kleiner Teil der verfügbaren Daten.

– Banken wissen sehr genau, wofür jeder sein Geld verwendet. In den heutigen Zeiten wird verständlicherweise sehr gerne die Möglichkeit genutzt, bargeldlos Konsum zu betreiben. Das hierbei aber ein sehr detailliertes Konsumentenprofil erstellt werden könnte, ist ein Nebenaspekt, welcher oft vergessen wird. Anbieter wie die Schufa sind offen für solche Konsumentenprofile, basieren ihre Scores/Bewertungen doch auf der Auswertung dieser statistischen Daten.

Die Nutzung des Internets ist in der heutigen Zeit eine Selbstverständlichkeit. Aber habt ihr euch nicht auch schon einmal gewundert: ihr habt bei einem bestimmten Onlineshop eingekauft und irgendwann später erscheint auf einer komplett anderen Internetseite Werbung zu genau diesem Onlineshop. Cookies sorgen dafür, dass jeder im Internet identifiziert werden kann. Bei Amazon einmal nach einem Sack Zement gesucht ? Dann erhaltet ihr mit ziemlicher Sicherheit demnächst Werbung die thematisch mit Zement verwandt ist.. Ihr dürft gespannt sein ;).
Die Anbieter im Internet leben davon, die Nutzer ihrer Internetseite sehr genau zu kennen, denn umso besser können sie zielgerichtet die einzelnen Nutzer ansprechen und somit Umsatz generieren.

Habt ihr euch auch schon einmal gewundert, woher die Werbung in eurem Briefkasten kommt? Habt ihr dem Absender doch eure Adresse nicht gegeben?
Dann kann es sein, dass euer Einwohnermeldeamt euren Datensatz (Name, Adresse…) verkauft hat. Dies kann je nach Stadt und Bundesland ein Thema sein, denn die Städte können mit dem Verkauf zusätzliche Einnahmen generieren. Denn es gibt Adresshändler und die müssen ja irgendwo her ihre Daten bekommen und die Einwohnermeldeämter können je nach Region eine gute Quelle sein.

Wenn sich jemand – was die Entwicklungen im Bereich Datenschutz an geht – auf dem Laufenden hält, dem bietet das Buch einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen.
Wer hingegen nur nebenbei mal gehört hat, dass Daten ein begehrtes Gut sind, der findet in diesem Buch einen hochinteressanten und sehr aktuellen Überblick über die einzelnem Entwicklungen in diesem Bereich. Sicherlich sind die Enthüllungen von Edward Snowden eine Sensation, allerdings sollte man auch dem Verbleib der persönlichen Daten ein großes Augenmerk schenken.

Malte Spitz schafft es sehr gut mit seinem Schreibstil den Leser mitzunehmen auf die Suche nach der Antwort auf die Frage „Was macht ihr mit meinen Daten?“. Der Leser ist bei der Suche mit dabei und erlebt indirekt, was mit den Daten passiert. Denn egal was man tut, man erzeugt in jedem Falle Daten und diese Daten haben einen Wert.
Es ist nur die Frage: wie achtsam geht man mit den persönlichen Daten um?

Im Grunde geht es oft um Bequemlichkeit versus Datenschutz … Was ist euch lieber?

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