Bad Reichenhall – Waxriessteig – Hochschlegel – Karkopf – Fast-Dreisesselberg – Predigtstuhl

Kommentare 2
Wandern

Unsere erste – für uns unbekannte – Tour dieses Jahr sollte eigentlich die Eishöhle bei Marktschellenberg werden, aber die war leider geschlossen, daher haben wir unser nächstanvisiertes Ziel angefahren: Predigtstuhl.

*** Bad Reichenhall – Waxriessteig – Schlegelmulde ***

Beim Berchtesgadener Alpenführer alpin  (Alpenführer Berchtesgadener Alpen – Alpin) ist diese Tour unter Nr. 313 zu finden.

Start ist der Parkplatz 500 m nach der Saalachsee-Stauseemauer (von Bad Reichenhall her kommend), von dort aus überquert man die Bundesstraße und beginnt beim Forstweg, der bereits das Ziel Predigtstuhl anzeigt. Dabei bleibt man nur kurz auf der Fortstraße und biegt dann rechts einem kleinen Weg folgend ab.

Bis zu einer Bank, die erst nach ca. 75 min kommt, bleibt dieser Weg sehr eng, ein Nebeneinandergehen ist in dieser Phase nicht möglich. Bis dahin gibt es auch keine wirkliche Rast-/Sitzmöglichkeit. Dafür gibt es beim Waxriessteig sehr viele nasse Wurzeln, über die man steigen darf, viele enge Kehren, Stufen, die einen stetig nach oben bringen. Das gute an dieser Strecke ist, dass sie überwiegend im Wald ist, somit wäre sie auch nachmittags immer noch im Schatten.

Es gibt auch einige Streckenabschnitte, die mit Seilen gesichert sind, welche aber nicht immer benötigt werden. Ab da können die Beine gut trainiert werden, da die Anzahl der Stufen erhöht wird.

Sobald die Stufen überwunden sind, geht es deutlich flacher und langgezogener entlang und man kann fast schon „entspannen“, da die Anstrengung deutlich weniger wird.
Danach kommen folgende Punkte: ein kleines Stück auf der Forststraße, anschließend vorbei an der Unteren Schlegelalm (1294 m) sowie der Talstation des ehemaligen Sesselliftes. Dort dann nach links abzweigen, bis man bei der Wegkreuzung an der Schlegel-Diensthütte (1430 m) entscheiden kann, ob man links dem Steig folgt (dieser führt direkt zum Predigtstuhl) oder ob man nach rechts den Weg über Ghs. Schlegelmulde wählt (Dauer laut Schild jeweils 45 min), den wir für uns bevorzugt haben.

Je lichter die Strecke ist, desto näher ist man am ersten Zwischenziel 😉 und kann sich bei der Schlegelmulde erholen und Energie tanken (trinken/essen) – ca. 2 h Dauer nach oben.

Da die Strecke Waxriessteig für uns ziemlich anstrengend war (auch wegen der nassen Wurzeln), war sehr schnell klar, wir gehen da nicht wieder runter, sondern fahren mit der Predigtstuhlbahn.

Da wir uns somit die Energie fürs Abwärtsgehen sparen, wollten wir nach der Pause statt des Abstiegs noch die 3 Hauptgipfel Hochschlegel, Karkopf und Dreisesselberg machen.

 

*** Schlegelmulde – Hochschlegel – Karkopf – Predigtstuhl ***

Beim Berchtesgadener Alpenführer alpin  (Alpenführer Berchtesgadener Alpen – Alpin) ist diese Tour unter Nr. 321 zu finden.

Von der Schlegelmulde aus folgt man dem Weg nach oben Richtung Hochschlegel, der in breiten angenehmen Serpentinen entlang der Stützen des Skiliftes führt, wo auch eine perfekte Startwiese für Paraglider zu finden ist.

Am Hochschlegel (1688 m) befindet sich das erste Gipfelkreuz und es gibt auch Sitzmöglichkeiten dort oben, von wo man bereits wunderschöne Ausblicke auf die Täler sowie unbekannte Sichten auf die Berglandschaft ermöglicht bekommt.

Von dort aus geht es weiter auf dem bewachsenen Kamm, der aber zuerst ein bisschen nach unten führt, um dann bei einer Abzweigung zu entscheiden: rechts geht es kurz und etwas steil innerhalb 5 min (laut Beschilderung) zum Karkopf, links geht es weiter zum Dreisesselberg (25 min laut Beschilderung). Oben beim Karkopf (1735 m) angekommen, gibt es wieder einige Sitzbänke zum Ausruhen und ein Gipfelbuch. Leider sind wir da nicht so lang geblieben, da die Wolkenfront immer dunklere Wolken mitbrachte und wir die Wolken in den Bergen noch nicht so einschätzen können, weshalb wir uns auch schon auf den Weg zum Dreisesselberg (1680 m) machten.

Nach Überqueren der zweiten Schneefläche haben wir uns dann gegen das Gipfelkreuz Dreisesselberg entschieden, da wir nicht wussten, ob wir in einen heftigen Regenschauer geraten (siehe Foto), weshalb wir den Weg zurück zum Hochschlegel begannen, an der Schlegelmulde vorbeiwanderten und dann die für uns entspanntere Strecke zur Bergstation genommen (die andere Variante wäre bei der Schlegelmulde die Alpinrunde gewesen). Innerhalb von 10 min waren wir dann bei der Predigtstuhl Bergstation angekommen.

Nach einer abschließenden Aussicht neben dem Predigtstuhlbahn-Gebäude, sind wir in die Gondel eingestiegen und ins Tal gefahren, von wo aus wir über die Brücke, entlang der Saalach zurück zum Saalachstausee wanderten.

Fazit:

– sehr viele Kehren, sehr viele Wurzeln, enge Strecke –> gutes Schuhwerk nötig
– Hauptstrecke vom Waxriessteig im Wald
– oben supertolle Aussichten und leichte Wege zu den Gipfeln
– sehr ruhige Strecke, da es sich beim Waxriessteig um einen Neben-Aufstieg auf den Predigtstuhl handelt

Kurze Daten:

– Gesamte Strecke
– Dauer: ca. 4 h
– Höhenmeterdifferenz: ca. 1250 m
– Entfernung: 12,4 km

– Bad Reichenhall Stausee (505 m) – Schlegelmulde (1540 m) — einfache Strecke
– Dauer: ca. 2 h
– Höhenmeterdifferenz: ca. 1050 m
– Entfernung: 5,4 km

– Schlegelmulde (1540 m) – Hochschlegel (1688 m) – Karkopf (1735 m) —- einfache Strecke
– Dauer: ca. 40-45 min
– Höhenmeterdifferenz: ca. 200 m
– Entfernung: 2 km

2 Kommentare

  1. Julia sagt

    Vielen Dank für den tollen Bericht. Einer, der wesentlich besser ist als alle mir bekannten Beschreibungen in Bergführern (besonders die Beschreibung des Ausgangspunktes!). Habe ihn also heute auch prompt mit an den Berg genommen, auch wenn ich mich an der Schlegel-Diensthütte für den Moosen-Steig (nach links) entschieden habe.
    Eins steht jedenfalls fest: ein toller, anspruchsvoller Steig (tatsächlich teilweise recht ausgesetzt, ist also wirklich nur etwas für Schwindelfreie, Trittsichere), der aber definitiv erst nach einer Trockenperiode begangen werden sollte. Ich konnte mir den Kampf mit den nassen Wurzeln beim Hochgehen richtig vorstellen… 😀

  2. sigi sagt

    Hallo Julia,
    vielen Dank für diesen tollen Kommentar! Freut mich sehr, dass der Bericht zum Hochwandern beigetragen hat 😉
    Und interessant wäre natürlich, wie der Moosen-Steig war.
    Weiterhin viel Spaß in den Bergen.
    Gruß
    sigi

    PS: ja die nassen Wurzeln haben viel Konzentration gefordert 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.