Watzmann Hocheck

Kommentare 2
Wandern

Das Watzmann-Hocheck (2651 m) ist die Niedrigste der drei höchsten Erhebungen des Watzmanngrates. Seine Bedeutung als touristisches Ziel ist allerdings mindestens genauso groß, wie die der Mittelspitze, da die Besteigung des Hochecks noch zu den Wandertouren gezählt werden kann. Ausserdem ist die Nähe zum Watzmannhaus sicherlich ein weiterer Faktor für seine Beliebtheit. Auch die Lage als Eck- und Aussichtspunkt eines langen und vielfach gerühmten Gipfelgrates trägt einiges zu seinem Prestige bei.

Startpunkt der Tour ist der Parkplatz Hammerstiel auf 760 Höhenmetern. Wir gehen die Wanderung gleich um fünf Uhr morgens an, damit wir die Kühle der Nacht noch soweit möglich für uns nutzen können. Auf geht’s in Richtung Schappachboden auf der Fahrstraße durch Bergmischwald. Nach den ersten 45 Minuten haben wir die ersten Höhenmeter hinter uns und erreichen eine Wegkreuzung und den Fahrweg, der von Ramsau heraufführt (ca.975 m). Wir folgen dem Weg zum Watzmannhaus weiter und sehen zu, dass wir ein paar weitere Höhenmeter gewinnen, solange es noch nicht zu hell ist.

Im weiteren Wegverlauf, der sich in stetigem Bergauf die bewaldete Flanke heraufschlängelt, passiert man drei Almen. Als Erstes erreichen wir die Stubenalm, die auch als Einzige bewirtschaftet ist (1160 m). Leider locken uns frische Milch und Käse heute nicht so wie die erwartete Gipfelrast am Hocheck, also lassen wir uns nicht von den läutenden Kuhglocken irreführen und gehen weiter bergauf. Als nächste Alm stellt sich der Mitterkaser vor, der ausser zur Viehhaltung noch als Nationalparkstützpunkt genutzt wird (1420 m). Im Vorrübergehen stellen wir fest, dass die Sonne uns langsam in den Nacken scheint und dass sich der Mischwald langsam in einen lichten Lärchenwald verwandelt. Nach einer weiteren halben Stunde Gehzeit, kommen wir an der Falzalm vorrüber, die mit einem grandiosen Blick auf Watzmannfrau und einem Teil des Watzmannkars aufwarten kann (1525 m). Besonders das Morgenlicht auf den hohen Felswänden belohnt das frühe Aufstehen. Eine kurze Trinkpause muss hier schon drin sein.

Frisch gewässert fällt uns weiter oben das Watzmannhaus auf, das keck über den Rand des Falzköpfels hervorlugt (1928 m). Na warte, gleich sind wir oben… eine halbe Stunde anstrengender Serpentinen ist es aber dann doch geworden. Das Watzmannhaus ansich wäre ja schon eine sehr schöne Wanderung, aber das Hocheck ruft! Vom Parkplatz bis zum Watzmannhaus sind übrigens mindestens drei bis dreieinhalb Stunden zu rechnen.

Vom Watzmannhaus führt nun kein Sandweg weiter, wir müssen mit dem vorhandenen Felsen und Schotter vorliebnehmen und der Weg wird uns von immerwieder auftauchenden Steindauben und rot-weißen Markierungen gewiesen. Ein kleines Geheimnis wird vorher schon verraten: die höchste Erhebung, die vom Watzmannhaus zu sehen ist ist nicht das Hocheck. Serpentinenartig geht es weiter bergan und schließlich kommt man zum sogenannten Hochstieg (2200 m), der zwar nicht wirklich aus Klettergelände besteht, die Drahtseilsicherungen haben aber durchaus eine Berechtigung.

Sind wir oben angelangt geht es nicht mehr ganz so steil weiter, aber ein weiteres Mal werden wir vom Watzmann gelinkt, denn auch von hier kann man das Hocheck noch nicht sehen. Mittlerweile macht uns die Sonneneinstrahlung ganz schön zu schaffen, aber der aufkommende Wind hilft uns nicht unsere komplette Kleidung durchzuschwitzen. Und dann nach einer langgezogenen Linkskurve (wir umschreiten den zweiten Kopf, den man für’s Hocheck halten kann), sieht man sie: Zwei Gipfelkreuze. Diesmal ist es keine Illusion, was auch die vielen Leute oben beweisen können. Nach dem Endspurt sind wir oben angekommen und erst einmal geplättet von der Aussicht, und der Tatsache, dass es ein paar Meter weiter ins Nichts abfällt. Gar nicht weit weg erhebt sich die Watzmann-Mittelspitze (2713 m) und mit ihr der höchste Punkt des Berchtesgadener Landes. Eine Überschreitung des Grates sollte aber nur mit Klettersteigset durchgeführt werden. Und die Tour auf Hocheck ist allemal lohnend ohne gleich eine Watzmann-Überschreitung zu machen.

Zu unseren Füßen liegen alle Berchtesgadener Gipfel und der Blick kann sogar die Hohen Tauern einfangen. Traumhaft! Eine gute Stunde Pause lässt sich nicht vermeiden, obwohl der Wind einen dazu zwingt die mitgebrachte Jacke anzulegen.

Irgenwann kommt aber der Zeitpunkt sich Gedanken über den Abstieg zu machen, der über den  selben Weg, wie der Aufstieg erfolgt. Vor allem im Bereich über dem Watzmannhaus gilt es Vorsicht walten zu lassen und seine Tritte bedacht zu setzten. Wir hatten beim Watzmannhaus die Idee die Tour und die Aussicht bei einem Radler nocheimal Revue passieren zu lassen… unsere Füße haben es uns gedankt, aber nach dem langen Weg vom Haus zum Parkplatz hatten sie es schon wieder vergessen. Insgesamt sollte man für diese Tour 10 Stunden Gehzeit kalkulieren (fünfeinhalb aufs Hocheck und viereinhalb zum Parkplatz). Die richtige Ausrüstung (mit warmer Jacke, Regenschutz, usw.) ist natürlich obligatorisch. Der Stolz oben zu stehen und den Blick schweifen zu lassen ist es aber allemal Wert!

Im Anschluss das Höhenprofil:

2 Kommentare

  1. Barbara sagt

    Hallo
    Habe Deinen Bericht gelesen. Möchte die Tour dieses Jahr machen.Von wann bis wann ist es wg. Wetter am günstigsten? Habt ihr die Tour an einem Tag gemacht. Ich überlege im Watzmannhaus zu übernachten. Wieviel Alpin Erfahrung braucht man? Ist es zwischen Watzmannhaus und Hocheck gut zu gehen? Lg Barbara

    • Andi sagt

      Hi Barbara,
      ich würde sagen die beste Zeit ist August bis Oktober, das hängt ein bisschen von der Schneelage ab. Je später im Jahr, desto besser von den Temperaturen, aber desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass es oben mal schneit. September ist meistens perfekt für eine solche Tour.
      Wir sind damals an einem Tag hoch und wieder runter, der Watzmann ist aber bei uns auch direkt vor der Haustüre.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.